Bortelhütten im Zweiten Weltkrieg: Einblick in den Bau und ihre historische Bedeutung
- Waldemar Schön
- 6. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Der Bau der Bortelhütten während des Zweiten Weltkriegs ist ein faszinierendes Kapitel der Geschichte, das oft übersehen wird. Diese Hütten spielten eine wichtige Rolle in der Kriegszeit, sowohl als Schutzräume als auch als strategische Stützpunkte. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Bortelhütten entstanden, welche Herausforderungen beim Bau bestanden und warum sie heute noch von historischer Bedeutung sind.

Die Entstehung der Bortelhütten
Die Bortelhütten wurden in den frühen Kriegsjahren (1939 - 1943) errichtet, als der Bedarf an sicheren Unterkünften für Soldaten stark anstieg. Die Planung der Hütten war pragmatisch und zielgerichtet. Sie sollten schnell und effizient gebaut werden, um den dringenden Bedarf zu decken. Dabei achteten die Bauherren auf eine einfache, aber stabile Bauweise, die auch unter schwierigen Bedingungen standhielt. Zwei Hütten auf der Bortelalp, eine oberhalb des Bortelsees, ein Unterstand auf der Furggeböimlicka und zahlreiche, verfallene Wachunterstände sind Teile der Bortelhütten.

Materialien und Bauweise
Hauptsächlich verwendeten die Soldaten und Bauarbeiter:
Holz aus umliegenden Wäldern
Steine und Erde für Fundamente und Wände
Dachmaterialien wie Schindeln oder Wellblech
Die Konstruktion erfolgte in Handarbeit. Die Hütten hatten ein einfaches rechteckiges Grundrissdesign mit einem Sattel- oder Pultdach zur besseren Ableitung von Regen und Schnee. Was an Baumaterial nicht vor Ort gewonnen werden konnte, wurde mithilfe von Maultieren aus dem Tal hochgeschafft. Von diesem ehemaligen Maultierpfad zeugen heute noch die gestellten Steinplatten (auf Walliser Dialekt Bickinä) auf dem Weg zur Hütte und darüber hinaus

Die Nutzung der Bortelhütten im Krieg
Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Bortelhütten verschiedenen Zwecken. Sie waren:
Unterkünfte für Soldaten und andere Schutzsuchende
Lager für Vorräte und Waffen
Stützpunkte zum Schutz der Schweizer Südgrenze gegen Übergriffe der Achsenmächte
Die Bortelhütten boten nicht nur physischen Schutz, sondern auch einen Rückzugsort in unsicheren Zeiten. Für viele Menschen waren sie ein Symbol der Hoffnung und des Überlebens.

Historische Bedeutung heute
Heute sind die Bortelhütten wichtige Zeugnisse der Kriegszeit. Sie erinnern an die schwierigen Lebensbedingungen und den Einfallsreichtum der Menschen, die unter extremen Umständen Schutz suchten und boten.
Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrunderts übernahmen die regionalen Energierzeuger (heute EWBN) die Hütten als Unterkunfts- und Verpflegungsort beim Bau der Bortelstaumauer und des Bortelwerks.
Anfangs der 90er Jahre renovierten die Skiclubs Simplon und Brigerberg zwei der Hütten in viel Fronarbeit. Heute dienen die Bortelhütten als Unterkunft und Schutzraum für Wandersleute und Alpinist:innen aus der ganzen Welt. Entlang der bliebten Wanderrouten Rosswald - Simplon und Berisal - Alpe Veglia bieten zwei dieser Hütten Unterkunft und Verpflegung für Vorbeiziehende. Die Hütte oberhalb des Bortelsees dient privaten Zwecken. Die ehemaligen Ställe unterhalb der heutigen Bortelhütte dienen als Schäferhütte und als Feriendomizil. Der Unterschlupf auf der Furggeböimlücke wurde vor Jahren ein wenig instand gestellt. Der Erhalt als Biwak scheiterte aber bis anhin an den finanziellen Voraussetzungen.
Die Bortelhütten zeigen, wie einfache Bauwerke eine große Bedeutung haben können. Sie sind Teil des kulturellen Erbes und mahnen dazu, die Geschichte nicht zu vergessen.

Fazit
Der Bau der Bortelhütten im Zweiten Weltkrieg war eine Antwort auf die dringenden Schutzbedürfnisse in einer gefährlichen Zeit. Heute erinnern die Bortelhütten an die Herausforderungen und den Einfallsreichtum der damaligen Zeit. Sie bieten wertvolle Einblicke in die Geschichte und laden dazu ein, über die Bedeutung von Schutz und Sicherheit nachzudenken.





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